Ngawang Lobsang Tenzin Gyatso - der 14. Dalai Lama
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Mitte Oktober wird er persönlich in Graz und vermutlich in allen Medien unseres Landes präsent sein:  der Dalai Lama.
Die räumliche Nähe zu Hüttenberg in Kärnten, dem Heimatort Heinrich Harrers (er war Lehrer des jungen Dalai Lama in Lhasa), hat ihn uns längst bekannt gemacht. Schulklassen, Gruppen und Private besuchen die Heinrich-Harrer-Ausstellung mit dem Tibet-Schwerpunkt und begehen den tibetischen Pilgerpfad, Lingkor genannt, der dem Pilgerpfad um Lhasa nachempfunden ist. Nun, wer und was ist der Dalai Lama?
Der Titel Dalai Lama bedeutet „Ozean der Weisheit“, „Weltmeerpriester“. Der Dalai Lama gilt als Verkörperung aller göttlichen Wesenheiten und des Mitgefühls aller Buddhas. Er ist der höchste Vertreter des Tantra-Buddhismus oder Lamaismus und das politische und religiöse Oberhaupt der Bevölkerung von Tibet.
Als erster Dalai Lama gilt Gendün Truppa (1391 - 1475), der ab 1438 als Abt dem Kloster GandenDalai Lama in Lhasa vorstand. Nach dem Ableben eines Dalai Lama wird der Nachfolger aufgrund bestimmter Vorzeichen unter neugeborenen Kindern gefunden (Chubilghanische Erbfolge). Auf diese Weise wurde der am 6.7.1935 im Nordosten Tibets geborene Ngawang Lobsang Tenzin Gyatso im Alter von 2 Jahren als die Wiedergeburt seines Vorgängers, des 13. Dalai Lama, erkannt. Als im Sommer 1949 die chinesische Volksbefreiungsarmee mit der Eroberung Tibets begann, wurde dem damals erst 15-jährigen Dalai Lama im November 1950 die Herrschaft über Tibet übertragen. Im Frühjahr 1959 erhob sich das tibetische Volk gegen die chinesischen Besatzer, jedoch nicht erfolgreich: Der Dalai Lama musste über den Himalaya nach Indien fliehen, der Aufstand kostete bis zum Herbst 1960 etwa 90.000 Tibetern das Leben. Der Dalai Lama hat von seinem Exil in Dharamsala in Indien aus eine Exilregierung aufgebaut und wirbt mit unermüdlichem Einsatz um internationale Unterstützung für die Sache Tibets. Seine Versuche, mit China in einen Dialog zu treten, waren bisher nicht fruchtbar. 1989 erhielt der Dalai Lama den Friedensnobelpreis.
Der Dalai Lama ist die zentrale Figur innerhalb des Buddhismus. Es werden ihm sämtliche bekannten positiven Charakterzüge zugesprochen: geduldig, demütig, respektvoll, bescheiden, humorvoll, tolerant, sanft, herzlich … Das Image des Dalai Lama ist blendend weiss. Viele Menschen sehen in ihm die edelste Persönlichkeit unserer Zeit.
Mit eben dieser Sichtweise begann das deutsche Ehepaar Mariana und Herbert Röttgen 1995 ihre intensiven Studien über den tibetischen Buddhismus. Beide waren zu Beginn überzeugt, dass die Toleranz, die humanpolitischen Bekenntnisse, die ethischen Wertvorstellungen und die friedvollen Visionen des Dalai Lama ernst gemeint und richtungsweisend waren. Doch die Sichtweise änderte sich und kehrte sich je länger je mehr ins Gegenteil. Herbert Röttgen: „Nach intensivem Studium der tibetischen Geschichte, des lamaistischen Ritualwesens, der religionspolitischen Absichten des Lamaismus und der gesellschaftspolitischen Situation unter den Exiltibetern kamen wir zu einem ganz anderen Schluss.“ Das Ehepaar Röttgen fand einen fundamentalistischen, autokratischen, kriegerischen und sexistischen Kulturentwurf, der sich nicht mit den sozialen Grundsätzen der abendländischen Tradition vereinbaren lässt. Unter dem Pseudonym Victor und Victoria Trimondi haben sie ein Buch herausgebracht, das auf über 800 Seiten Hintergründe des Buddhismus aufzeigt, die bei uns nicht bekannt sind („Der Schatten des Dalai Lama - Sexualität, Magie und Politik im tibetischen Buddhismus“, Patmos Verlag, ISBN 3-491-72407-4). Mit dieser Sichtweise steht das Ehepaar Röttgen längst nicht alleine da. Heftig am Bild des ewig Lächelnden kratzt auch die Dalai-Lama-Biografie „Dalai Lama - Fall eines Gottkönigs“ (Aschaffenburg, 1999) des Münchner Psychologen und Religionskritikers Colin Goldner. Seit Erscheinen seines Buches wird Goldner terrorisiert mit Briefen, Anrufen bis hin zu Morddrohungen. Er selbst sieht diesen Psychoterror als Antwort auf sein „Aufdecken krimineller - insbesondere auch pädophiler - Machenschaften innerhalb des tibetischen Buddhismus, die sich bis in höchste Kreise der geistlichen Würdenträger ziehen“. Für Colin Goldner steht fest: „Fanatismus und Gewaltbereitschaft stimmen nicht mit dem Image überein, das der tibetische Buddhismus von sich zu kultivieren sucht.“
Rüdiger Kunz vom Forum Kritische Psychologie e.V. (München) listet acht Punkte auf, die den tibetischen Buddhismus in einem anderen Licht zeigen:
Der Dalai Lama tritt vor seinen Glaubensbrüdern für die absolute Vorrangstellung des Buddhismus ein
Der Dalai Lama vertritt ein rigides Religionssystem, das aus einem abstrusen Geister- und Dämonenglauben besteht, verbunden mit menschenunwürdigen Unterwerfungsritualen.
In diesem System sind Frauen prinzipiell benachteiligt und erhalten keine höheren Weihen.
Der Dalai Lama propagiert frauenverachtende tantrische Sexualpraktiken, während er im Westen den Anschein zölibatären Mönchstums erweckt.
Der Dalai Lama befindet die indischen Atomtests für gut, während er sich im Westen als Atomkraftgegner ausgibt
Der Dalai Lama befürwortet die Prügel- und Todesstrafe.
Der Dalai Lama pflegt freundschaftliche Kontakte zur rechten Esoterikszene.
Der Dalai Lama unterhält Kontakte zu alten (und neuen) Nazis, bis in die 90er-Jahre etwa zu dem Kriegsverbrecher Rudolf Berger, der 1938/39 Teil der SS-Expedition nach Tibet war.
Lächelnd hat der Dalai Lama Millionen von Menschen für sich eingenommen. Wie blind folgen sie dem lammfromm wirkenden Tibeter nach und erheben ihn zu ihrem göttlich erleuchteten Führer. Auch Nicht-Buddhisten sind fasziniert vom König und Bettelmönch in einer Person. Es gibt Christen, die meinen dass biblisches Christentum und der Lamaismus doch gut miteinander harmonieren. Lesen Sie eines der angeführten Bücher und entscheiden Sie sich - für den selbsterlöserischen Weg des Buddhismus oder für Jesus Christus!

Literaturvorschläge:

Victor und Victoria Trimondi: „Der Schatten des Dalai Lama - Sexualität, Magie und Politik im tibetischen Buddhismus“, Patmos Verlag, ISBN 3-491-72407-4
Colin Goldner: „Dalai Lama - Fall eines Gottkönigs“, Aschaffenburg 1999
Bruno Waldvogel-Frei: „Und der Dalai Lama lächelte …“ factum Tb., Bestell-Nr. 386 bei Schwengeler Verlag AG, CH-9442 Berneck
Heidelinde Gridl, September 2002
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